allein gelassen

Bei einem Raketenangriff auf Homs in Syrien sind vergangene Woche ein französicher Fotograf und eine Kriegsreporterin aus den USA ums Leben gekommen. Sie wollten der Welt berichten von der Ungerechtigkeit in Syrien, wo allein gelassenen Demonstranten unter dem Beschuss des Militärs stehen. Ich finde es beeindruckend, dass es solche Menschen gibt, die ihr Leben riskieren, um anderen beizustehen.

Ich denke da auch an einen anderen, der nicht weit von Syrien entfernt, doch schon vor vielen Jahrhunderten allein war. Jesus war allein in der Wüste. Vierzig Tage lang. Er wurde angegriffen, von Mächten, die sein ganzes Glück zerstören wollte. Es waren geistige Mächte. Der Satan wollte Jesus verführen, dass er seine Einheit mit Gott aufkündet. Doch auch Jesus hatte seine Helfer, die ihn nicht allein ließen:  „Die Engel dienten ihm“, berichtet das Markusevangelium (vgl. Mk 1,13). Am Ende siegt Jesus. Sicher auch deshalb, weil ihm die Engel geholfen haben.

Ich möchte auch wie Jesus auf die Hilfe der Engel bauen. Es sind mächtige Geistwesen, die mir helfen, damit ich meinen Weg mit Gott gehen kann. Auch der Heilige Franziskus hat die Engel verehrt und sie um Hilfe gebeten.

Ich bitte Jesus, dass er auch mir seine Engel schickt, die mir helfen. Dann gilt auch für mich: „Die Engel dienten ihm“ (vgl. Mk 1,13).

Lesejahr B, 1. Sonntag in der Quadragesima 2012, Homilie, Br. René Dorer

Bibelstellen: Lesung: Gen 9:8-15; Ps 25 (24), 4-9, 1 Petr 3:18-22; Mk 1:12-15

Andere Literatur:

Bonaventura, Legenda Maior (= LM), hier: LM II, 8,3,  in: Dieter Berg, Leonhard Lehmann (Hg.), Franziskusquellen, Die Schriften des heiligen Franziskus, Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seine Orden, Kevelaer 2009, 701.

 

Franziskus von Assisi, Marien-Antiphon (=MarAnt), in: Dieter Berg, Leonhard Lehmann (Hg.), Franziskusquellen, Die Schriften des heiligen Franziskus, Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seine Orden, Kevelaer 2009, 18.

mehr:

Bei einem Raketenangriff auf Homs in Syrien sind vergangene Woche ein französicher Fotograf und eine Kriegsreporterin aus den USA ums Leben gekommen. Sie wollten der Welt berichten von der Ungerechtigkeit in Syrien, wo allein gelassenen Demonstranten unter dem Beschuss des Militärs stehen. Ich finde es beeindruckend, dass es solche Menschen gibt, die ihr Leben riskieren, um anderen beizustehen.

I Ich denke da auch an einen anderen, der nicht weit von Syrien entfernt, doch schon vor vielen Jahrhunderten allein war. Jesus war allein in der Wüste. Vierzig Tage lang. Er wurde angegriffen, von Mächten, die sein ganzes Glück zerstören wollte. „Er wurde vom Satan in Versuchung geführt“ berichtet der Evangelist Markus (Mk 1,13b). Der böse Geist wollte Jesus vernichten, er wollte seine Zukunft zerstören. Das war das Glück Jesu: Er wollte in Einheit mit Gott, dem Vater, leben, nur ihm dienen.

Jesus hatte keine Menschen, die ihm halfen, aber „die Engel dienten ihm“ (vgl. Mk 1,13). Diese Engel haben gewiss beigetragen, dass Jesus gegen die Angriffe des Satan bestehen konnte. Des es gelang dem Satan nicht Jesus niederzustrecken.

Jesus sagt mir: Auch du hast Engel, die dir dienen. Gott sendet auch mir seine Engel, damit ich nicht allein bin im Kampf gegen die bösen geistigen Mächten, die mich von einem guten Weg abbringen möchten. Denn auch ich will den Weg zu Glück gehen, den Weg mit Gott. Auch ich will auf Gott hören und ihm dienen.

Der Heilige Franziskus von Assisi motiviert mich dabei auch auf die Hilfe der Engel zu bauen. Er hatte eine Lieblingskirche. Das Kirchlein hieß: „Maria degli Angeli“. Übrigens der Name der Stadt „Los Angeles“ kommt genau von diesem Kirchlein. „Maria degli Angeli“ heißt übersetzt „Maria von den Engeln. Bei dieser Kirche betete und lebte Franziskus am liebsten. Denn er spürte hier die Mutter Jesu und die Engel sehr nahe. Ein Biograph schreibt über Franziskus: „Da Franziskus aber … ahnte, dass dieser Ort häufig von Engeln besucht werde, nahm er dort aus Verehrung für die Engel und aus besonderer Liebe für die Mutter Christi seinen Wohnsitz (LM II,8).“ Franziskus ehrte Maria und auch die Engel, den Heiligen Erzengel Michael und die anderen Engel, die „Mächte des Himmels“, wie er sie nannte. Weil er vertraute, diese Helfer stehen mir bei auf meinem Weg zum Glück.

Deshalb betete Franziskus täglich öfter dieses Gebet:  „Heilige Jungfrau Maria, unter den Frauen in der Welt ist keine dir ähnlich geboren, Tochter und Magd des erhabensten, höchsten Königs, des himmlischen Vaters, Mutter unseres heiligsten Herrn Jesus Christus, Braut des Heiligen Geistes: Bitte für uns mit dem Heiligen Erzengel Michael und allen Mächten der Himmel und allen Heiligen  bei deinem heiligsten, geliebten Sohn, dem Herrn und Meister.“ (vgl. MarAnt).

Auch ich möchte von Jesus und seinen Heiligen lernen. Jetzt in der Vorbereitungszeit auf Ostern möchte intensiver vertrauen lernen auf die Hilfe des Himmels. Deshalb möchte ich mich immer wieder bewusst dem Schutz der Engel anvertrauen. Denn sie helfen mir mit Gott eins zu sein, mit Jesus verbunden zu bleiben. Denn ich vertraue, dass auch für mich das gilt was Jesus erlebt hat: „Und die Engel dienten ihm“ (vgl. Mk 1,13).