Bischof Glettler und 30 Jahre Segnungsgottesdienst

Am 20. Oktober 2018 stand Bischof Hermann Glettler der Feier des Jubiläums „30 Jahre Segnungsgottesdienst in der Franziskanerkirche Telfs“ vor. Seit drei Jahrzehnten findet der monatliche charismatische Gottesdienst statt. Für viele Gläubige ist die Mitfeier dieser Hl. Messe zu einem Schlüsselereignis auf ihrem Glaubensweg geworden. In ihnen ist eine neue Sehnsucht nach der erfahrbaren Gegenwart Gottes aufgebrochen. Der Segnungsgottesdienst ist eine Eucharistiefeier, die von charismatischen Elementen wie Lobpreis, freiem Gebet, Sprachengebet, prophetischem Dienst und anschließender Möglichkeit von Einzelsegnung durch Priester und Einzelgebet bei Gebetsteams geprägt ist. Bedeutende Dienste führen dabei Mitglieder der Charismatischen Gebetsgemeinschaft Telfs aus (www.gebetskreistelfs.com). Der Gottesdienst findet jeweils am dritten Samstag im Monat statt und wird regelmäßig von Radio Maria übertragen.

Der erste Segnungsgottesdienst in Telfs fand am dritten Samstag im Dezember 1988 statt. Der Franziskaner P. Gotthard Thöni initiierte diesen Gottesdienst. Motivation für ihn waren seine Erfahrungen innerhalb der Charismatischen Erneuerung in der Katholischen Kirche.

Die „Charismatische Erneuerung“ ist eine weltweite Bewegung, die ein souveränes Werk des Heiligen Geistes ist und somit keine Gründerpersönlichkeit im herkömmlichen Sinn hat. Sie zeigt sich vor allem seit Beginn des 20. Jahrhunderts bei einzelnen christlichen Gruppierungen und Gemeinden. Erst 1968 brach die Charismatische Erneuerung in der Katholischen Kirche auf, ist seither in 238 Ländern weltweit vertreten und hat das Leben von mehr als 120 Millionen Katholiken berührt. P. Gotthard erlebte, wie durch die Charismatische Erneuerung Menschen leichter zu einem lebendigen Glauben an Jesus fanden. Deshalb gründete er zuerst eine charismatische Gebetsgruppe und schließlich begann er mit dem Segnungsgottesdienst in der Franziskanerkirche Telfs. Der Segnungsgottesdienst findet seither ununterbrochen jeweils am dritten Samstag im Monat statt.

Suchende und Glaubende aus der ganzen Region und darüber hinaus strömen monatlich zur Feier dieses Gottesdienstes nach Telfs und erfahren dort die spürbare Gegenwart Gottes: „Beim Segnungsgottesdienst habe ich  plötzlich gespürt, Gott ist da und er führt mich zur Freude des Lebens…“ „Bei diesem Gottesdienst habe ich eine innere Befreiung erfahren….“ „In Telfs habe ich entdeckt, dass ich in der Kirche ein Zuhause für meine Seele finde….“ „Seit ein Gebetsteam bei diesem Gottesdienst für mich gebetet hat, sind meine Knieschmerzen, die ich schon seit Jahren hatte, verschwunden…“. Mit solchen oder ähnlichen Aussagen schildern Besucherinnen und Besucher der Messfeier ihre Erfahrungen.

Viele Gläubige nutzen auch während der Messe das Angebot zur Aussprache oder Beichte und erfahren durch den Beichtpriester die vergebende Liebe Gottes.

Am Vorabend des Segnungsgottesdienstes kommen Gläubige zur Nachtanbetung ins Kloster und beten von 19:30 Uhr bis 6:00 Uhr in der Früh abwechselnd vor dem Allerheiligsten für die Gottesdienstbesucher.

Als priesterliche Begleiter der Charismatischen Gebetsgemeinschaft Telfs und Leiter des Segnungsgottesdienstes folgten auf P. Gotthard Thöni,  P. Bernhard Holter, P. Ulrich Rauch und P. René Dorer. Auch Diözesanpriester und andere Ordenspriester waren wiederholt Hauptzelebranten des Segnungsgottesdienstes. Die Charismatische Gebetsgemeinschaft Telfs wird nunmehr von einem Laienteam geleitet, das auch für die Organisation diverser Dienste beim Segnungsgottesdienst verantwortlich ist und von einem  Franziskaner Priester begleitet wird.

Papst Franziskus sagte zu Pfingsten 2015 bei einer Ansprache in Rom, bei der sich 50.000 Mitglieder und Freunde der Charismatischen Erneuerung versammelt hatten: „Die Charismatische Erneuerung ist ein Gnadenstrom für die ganze Kirche, nicht nur für einige.“

Die Predigt von Bischof Glettler Hermann

im Wortlaut: klicke hier für das :  PDF Dokument

Liebe Schwestern und Brüder, hier in der Franziskanerkirche in Telfs und Hörer und Hörerinnen mit Radio Maria mit uns verbunden. Es gibt in dieser Kirche hier, auf tirolerisch würde ich sagen „guate vibrations“ das wär so von außen betrachtet, aber von innen fühlt sich´s an „hier ist Gott lebendig“. Menschen die sich bewusst in Seine Gegenwart begeben, die Herz und Mund öffnen, um Ihn zu loben. Das bringt „guate vibrations“, das ist gute Atmosphäre, da kommen Herzen in Schwingung und das strahlt auch hinaus, hundertprozentig. Ich danke euch allen sehr.

30 Jahre gibt es diesen Segnungsgottesdienst und ich als noch immer junger Bischof, 1 Jahr jetzt in Tirol, muß sagen, ich danke Gott dafür, dass er hier dieses Glutnest Seiner Barmherzigkeit, Seiner Gegenwart entzündet hat. Danke allen die anfänglich dabei waren, dass es wachsen konnte, die von anderen Pfarren und Orten kommen, um auch hier etwas von dieser „guaten vibrations“ Aber das ist eben nur ein technischer Ausdruck und klingt fast a bisserl so, wie soll man sagen, sehr zu modern, oder? aber wenn das Herz in Schwingung ist, in Berührung ist, nicht erstarrt ist, kann Gott was mit uns anfangen. Dann kann er uns rufen auch für den Dienst den er für uns hat. Das ist auch keine isolierte Übung hier, keine Box in der wir uns euphorisieren gegenseitig, und die Lieder und immer kräftiger noch die Lieder singen, bis wir alle in Trance sind, sondern, das ist Lobpreis in Dankbarkeit, auf Gott hin gerichtet, nicht um uns zu stimulieren, sondern dem Herrn des Lebens zu danken. Und aus dieser Kraft des Lobpreises heraus, gehen wir in unser Leben in unseren Alltag und wissen, dass dort, ja unterschiedliche Strömungen sind. Weil unsere Herzen immer nur halb bekehrt sind, braucht es wieder dieses Herkommen zum Herrn, auch das Sammeln zum Sonntag, die Regelmäßigkeit im Gebet, um noch verfügbarer für Gottes Wirken zu  werden. Ich erkenne es an, was der Herr hier getan hat. Das sagte Paulus: „Immer wenn ich an euch denke, dann bin ich total überrascht. „Voll geflasht“ würde man heute sagen, auch wieder etwas modern ausgedrückt. Was Gott alles wirkt – Sein Heiliger Geist – das ist doch wunderbar. Das Anerkennen. Vielleicht können wir das gegenseitig auch üben: Ich anerkenne, dass der Heilige Geist wirkt. Dass er in unterschiedlichster Weise am Werk ist: in meinem Bruder, in meiner Schwester, in dieser Gemeinschaft, in dieser Kirche, an diesem Ort und an vielen nichtkirchlichen Orten wirkt der Heilige Geist. Gott schenkt Seinen Geist ungeniert großzügig, er lässt sich nicht in die heilige Box einsperren, in diese wunderschöne Franziskanerkirche. Gott schenkt Seinen Geist ungeniert. Erkennen wir Sein vielfältiges Wirken. Das ist wunderbar. Und stimmt dann ein und sagt Ja, so wie Maria gesagt hat bei Elisabeth und umgekehrt: „der Herr ist mit dir“. Ich anerkenne das.

Doch in allen Schwierigkeiten hindurch wirkt der Herr. Wird einer Franziskaner, er hat mir gesagt: „Hermann, du wirst sehen, im Nachhinein kannst du 100%ig sagen: „hier hat der Heilige Geist gewirkt.“ Nach Jahren: „Du weißt, das war Gottes Wirken! Sein Heiliger Geist war hier bei der Arbeit. Aber wehe, du schaust Ihm beim arbeiten zu, dann wird’s dir ganz schlecht.“ Super Spruch. Das kann nur ein Tiroler Franziskaner so sagen: „Wehe du schaust Ihm beim arbeiten zu, dann wird’s dir ganz schlecht.“ Was meint er? Weil der Heilige Geist wirkt in den Schwierigkeiten, durch die Schwierigkeiten, trotz der Schwierigkeiten des Lebens. Und wie Jesus uns sagt: „Schwierigkeiten werdet ihr immer bei euch haben. Die gehören doch zum Leben.“ Wir träumen oft so von dem super harmonischen, wunderschönen Leben. Aber bitte, wo findet das statt? Unser Leben ist immer ein Ringen mit allen möglichen Konflikten, Herausforderungen wieder neu. Das ist doch normal. Manchmal träumen wir uns in diese Idealsituationen hinein oder meinen, wenn man jetzt ganz im Glauben ist, dann muß alles noch toller laufen. So hallo, der Heilige Geist wirkt in den Schwierigkeiten, mit den Schwierigkeiten, durch die Schwierigkeiten, trotz der Schwierigkeiten, jetzt sind es schon bald vier, es wird immer länger. Manchmal schenkt er uns Schwierigkeiten, dass wir nicht so hochmütig werden. Also so wirkt der Heilige Geist. Im Nachhinein betrachtet – wunderbar! Und das ist für uns auch ein reif werden in einer kirchlichen Haltung und kirchlichen Spiritualität. Anzuerkennen, dass der Heilige Geist unterschiedlich wirkt, unterschiedliche Charismen schenkt, unterschiedliche Modi hat, auch sich zu zeigen. Je nach Temperatur, je nach Lebenserfahrung, je nach Prägung einer Spiritualität, ganz unterschiedlich. Ich bitte euch auch das immer im Kopf und im Herzen zu haben. Wir urteilen nicht übereinander. Wir verurteilen niemanden. Das ist kirchliche Reife. Wir sagen: „Schau, so vielfältig wirkst du Herr.“ Es schleicht sich so schnell ein, dass man aus der Kraft dieser eigenen Erfahrung des Geistes meint, das ist jetzt das einzige. Da muß man sagen, nein, da mischt sich dann der Geist des Hochmutes und der Überlegenheit ein. Der Heilige Geist ist immer demütig. Er inspiriert uns zu sagen, „wunderbar, schau bei dir seh ich so viel.“ Und dann trifft dieses Wort jemand, der sagt: „ich fühle nur die Leere. Mir kommt so mager vor, was ich lebe, mein Gaube, so ein Bruchstück. Aber wenn du das sagst, das richtet mich auf, das tröstet mich.“ Und plötzlich, merkt ihr, weckt der Geist wieder Neues auf. Also, vielfältig ist das Wirken des Geistes. Danke, dass ihr euch Ihm immer mehr öffnet, euch zur Verfügung stellt. Der Geist Gottes ist erfinderisch. Es ist bei weitem noch nicht das Ende, sondern es beginnt ein Pfingsten für unsere Kirche, immer wieder neu. Ich glaube daran!

Auch neue Berufungen, in welchem Stand auch immer in der Kirche, auch für den zölibatären Weg, ob in den Gemeinschaften oder fürs Priestertum. Berufungen ganz deutlich auch für die Familie. Das ist auch eine radikale Lebensform in der heutigen Zeit, und und und… Also die Vielfalt der Berufungen – ein Geschenk des Heiligen Geistes. Unterschiedliche Ansichten haben in der Kirche, unterschiedliche Lösungsvorschläge, ja, aber bitte, sehen wir diese Spuren des Wirken des Heiligen Geistes anerkennend, lobpreisend, da nimmt der Herr deine Handschrift, deine Inspiration.

Aber, jetzt hören wir im Evangelium – Jesus sagt: „eine Sünde gegen den Heiligen Geist kann nicht vergeben werden.“ Was ist denn da gemeint? Da gibt´s so viel Rätselraten, und auch die Theologen haben sich schon oft den Kopf darüber zerbrochen. Also werden wir auch heute nicht die Lösung finden. Es gibt Container von Literatur zu diesem kryptischen Wort, aber ich hab eine kleine Spur, die ich mit euch teilen möchte: Was ist jetzt diese Widerständigkeit dem Heiligen Geistes gegenüber, die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Erstens würde ich sagen, Ihn nicht ernst nehmen. Nicht mit der Lebendigkeit Gottes rechnen. Mir kommt das so vor, wenn man, als ob man einen Gast einladen würde zu sich und man macht die Tür auf, man begleitet ihn herein, lässt ihn Platz nehmen, vielleicht im Wohnzimmer und dann geht man weg und lässt ihn dort sitzen, hat viel wichtigeres zu tun. Und dem wird´s natürlich langweilig, dem wird´s peinlich: „ich bin eingeladen worden und jetzt sitz ich da wie ein Blöder“. Merkt´s ihr so geht´s dem Heiligen Geist. Wir sagen: „komm, komm, komm – veni sancte spiritus, und so weiter und so fort. Immer wieder diese gleichen Lieder, die kennt man natürlich schon, und dann kommt er wirklich und sitzt dann ganz doof im Wohnzimmer. Wenn´s überhaupt so weit kommt. Nett, zwischen Tür und Angel und kann nichts tun, weil man nichts mit Ihm bespricht, nichts mit Ihm teilt, Ihm keine Schwierigkeit anvertraut. Aber Er ist doch der Vater der Armen! Man meint, alles selber tun zu müssen und dann wird´s komisch. Man ist geschäftig, beschäftigt usw. der Heilige Geist sitzt blöd da.

Also, Ihn einladen heißt, ich möchte dann wirklich alles: meine Beziehungen, was ich an Verantwortung übernommen habe, Menschen mit denen ich gut auskomme und die ganz besonders sympathischen. Alles möchte ich mit Ihm besprechen. Ihn bitten, dass Er mir hilft, versöhnter zu werden usw. und so fort.

Da ist viel zu besprechen, viele Kooperationsmöglichkeiten mit dem Heiligen Geist, bis hin für die Arbeit, für den Beruf, für ein gutes soziales Engagement. Wo sind die, die an den Rand gedrängt werden. Da braucht´s viel Geist, viel Erbarmen, viel Hinwendung. Der Heilige Geist hilft uns dafür. Auch für eine gute Politik in diesem Land. Der Heilige Geist inspiriert. Also, nicht den Geist doof im Wohnzimmer sitzen lassen.

Zweitens glaub ich, ist „sündigen gegen den Heiligen Geist“ eine Widerständigkeit, eine Halsstarrigkeit wie es im Alten Testament heißt: Hochmut, Unversöhntheit, Verharren in der Unversöhntheit. Ja, was soll Er dann tun. Wenn das Genick starr wird – Lockerungsübungen. Der Heilige Geist hilft uns, dass wir uns nicht verkrampfen, uns nicht besser vorkommen, wichtiger und gscheiter als Er, dass wir dort wo Er uns braucht, hingehen. Nicht die Nase zu hoch tragen. Der Heilige Geist möchte uns zu lebendigen Menschen machen und zu liebevollen, zu sehr menschlichen Menschen.

Und Papst Franziskus hat eigentlich die schönste Definition verwendet: was ist Sünde gegen den Heiligen Geist, auf den Punkt gebracht – nicht mit der Barmherzigkeit Gottes rechnen. Das ist die beste Definition, die ich bisher gefunden habe: nicht an Gottes Barmherzigkeit zu glauben. Das ist die Sünde gegen den Heiligen Geist. Das gefällt mir am allerbesten, weil, Gott ist Barmherzigkeit. Jesus selbst ist Gottes Barmherzigkeit in Person. Sein geöffnetes, verwundetes Herz in Person, das ist Jesus. Ihn aufzunehmen, auf Ihn zu vertrauen: Jesus ich vertraue auf Dich. Bei allem was manchmal sich quer legt, mich in die Not treibt, in die Ohnmacht hineintreibt – Jesus ich vertraue auf Dich. Ich rechne mit Deiner Barmherzigkeit. Auch beim Aufbau dieser Arbeit und dies und jenes – ich rechne mit Dir.

Mit Gottes Barmherzigkeit rechnen – immer und da gibt´s immer einen Neubeginn.

Es ist Zeit Zeugnis zu geben. Das ist der zweite Teil des Evangeliums heute. Habt Mut zu bekennen, Flagge zu zeigen. Habt Mut aufzustehen, aufrichtig zu sein. Aber nicht in einem Stil, der andere demütig abkanzelt.

Habt Mut Zeugen zu sein, transparent. Kleines Beispiel: In Frankreich gab´s eine Sendung, ich glaub es war im ersten französischen Fernsehen, also prominenter Sendeplatz, zwei Stunden über heutige Lebensformen und Paarbeziehungen. Also Mann und Frau, Mann – Mann,  Frau – Frau, dreier Beziehung, alles Mögliche, mit den unterschiedlichen Sexualpraktiken dazu usw.

Und da war ein Ehepaar eingeladen, von unserer Gemeinschaft Emanuel, die haben 6 Kinder. Und an dem Vorspann zu jedem Statement hat man so einen kleinen Film eben gesehen. Und da sieht man also die Kinder, wie sie dort spielen und wie sie streiten, aber dann zum Abendessen kommen, voll Gaudi dann dort sitzen, beim Essen, kurzes Gebet. Und es ist so normal, es war so schön diese Familie zu sehen und dann auch ihr Statement.

Die Feedbacks auf diese Sendung mit diesen allen unterschiedlichen Zeugnissen, ja unterschiedlichster, wir sehen, sehr querer Lebensformen heute, das normalste hat das positivste Feedback bekommen. Ist das nicht schön. Das normalste, wenn sie sehen, wie die Kinder streiten, aber sie die Eltern trotzdem gern haben, wie sie was zu essen kriegen und dann wieder froh sind alle. Das normalste hat die größte Bewertung bekommen.

Also nicht im Abwerten des Anderen, wenn´s einem noch so komisch vorkommt. Wir sind in einer pluralen Gesellschaft, wir sind nicht dazu da um auf die und jene hinzuweisen, sondern aufstrahlen lassen, was uns der Herr geschenkt hat. Das mein ich: Zeit zum Zeugnis.

Und dieses innere Leuchten, die Freude – wenn ihr die mitbringt, hinaustragt, dann überzeugt ein einfaches Leben. Unser Papst wird nicht müde uns zu bitten in unserer Übergeschwindigkeitsgesellschaft auf Leistung, Konsum, Speed, getrennten Gesellschaft, das Zeugnis eines einfachen Lebens zu geben. Einfacher Lebensstil! Alles was unnötig ist, das viele Glumpert was man nicht braucht hergeben, herschenken. Bitte denkt´s auch ans Geldbörsel. Es beginnt dort auch das Zeugnis: für wen setz ich was ein, wofür. Also einfacher Lebensstil! Der überzeugt! Wo man so das Äußerliche so hoch peitscht – einfacher Lebensstil. Mit den Lebensressourcen gut umgehen, nicht verschwenderisch.

Unsere Schöpfung ist an den Rand der Erschöpfung getrieben, wie wir wissen, da tragen wir alle dazu bei. Das ist keine Erfindung der Chinesen um Amerika zu schaden, wie der Trump immer sagt. Klimawandlung, alle Konsequenzen. Moment – geisterfüllte Menschen braucht es, die sagen: „dieses Geschenk, unsere Schwester Erde sie leidet. Mit einem guten, einfachen Lebensstil aufmerksam können wir eine Gegensteuerung schaffen.“

Ein Zeugnis der Verbundenheit, besonders mit den Armen. Das können sein: Menschen die Pflege brauchen, die vielleicht dement sind, Menschen mit einer psychischen Erkrankung, all jene … Jetzt können wir viele Gruppen aufzählen, die so wirklich am Rand sind, aber so nahe. Sie sind doch in unserem Dorf, in der Familie. Menschen deren Beziehungen zerbrochen ist, die das nicht aus Jux und Tollerei gemacht haben. Wie unterstützen wir sie? Alleinerziehende oder Menschen die ihre Wohnung nicht mehr zahlen können usw. und so fort. So nahe! Jugendliche die mit sich und der Welt nichts anfangen können und die allen nur lästig sind. Wer hat ein Herz für sie? Gibt ihnen Zeit, sonst können wir das ganze Gequatsche mit Jugendpastoral usw. lassen, wenn wir uns nicht ihnen zuwenden: Zeit, mit ihnen sprechen, stören lassen, anfragen lassen, sie hereinnehmen, ihnen was gelten lassen, Verantwortung mit ihnen teilen – und von Jesus sprechen, wenn die Ampel auf grün steht. Wenn die Ampel auf rot steht – wenn jemand sagt: „jetzt muß ich mal richtig schimpfen und meinen inneren Mistkübel ausleeren“, nutzt nichts.

Aber oft steht die Ampel auf grün – wie schaffst du das, was gibt denn dir so eine innere Sicherheit, woher hast du deinen Frieden, du strahlst oft so, woher nimmst du das? Und dann in einfacher Weise zu sagen: „ich hab mein Leben doch mit Jesus in Verbindung gebracht. Ich schätz Ihn wahnsinnig, ich hab von Ihm gelesen, ich hör in der Kirche von Ihm, ich versuch mit Ihm täglich zu sprechen“. In einfacher Weise von Jesus sprechen, nicht gschamig sein. Das ist ein Zeugnis! Das brauchen die Menschen, das nicht frömmelt, dass man gleich so 50 m gegen den Wind riecht: „um Gotteswillen jetzt werd ich da angepredigt“. Aber in einfacher Weise, das was mir im Herzen geschenkt wurde mit jemanden teilen. Nicht frömmeln, nicht zu häretisch. Einfach! Wie sag ich´s dem Kind? Wie sag ich´s meinem Freund? Einfach!  Manchmal dawischt man die ganz richtigen Worte, manchmal ist man vielleicht daneben. Aber im Schnitt, wenn man nicht belehren will, wenn man sich nicht besser vorkommt, trifft man schon das Wort das dann zu Herzen geht.

Es ist Zeit Zeugnis zu geben! Ich bitte euch sehr darum, wo auch immer ihr lebt, seid einfach bereit zu sein, Zeit zum Zeugnis.

Liebe Schwestern und Brüder! Wir sind hier zusammen und es ist eine von Gott geschenkte Stunde, dass wir unser Herz Ihm öffnen, alles was vielleicht auch noch an Barriere da ist, sagen: „Heiliger Geist brich tu es auf, sei Du am werken bei der Arbeit auch in mir, bei uns. Und ich vertrau Dir viele Menschen an, die Deinen Trost, Deine Inspiration brauchen.

Und stärke uns gemeinsam als Kirche, als Gemeinschaft, als Gebetsgruppe, als Pfarrgemeinde. Stärke uns als Familie, dass wir auch gemeinsam Zeugnis geben können von Dir, von Deinem wunderbaren Wirken in dieser Zeit und in dieser Welt.“

Gottes Segen mit euch allen!