Goldener Windbeutel für Milchschnitte

Die Milchschnitte hat „den goldenen Windbeutel“ erhalten.

„Der goldene Windbeutel“ ist eine Auszeichnung.

Diese bekommt das Produkt,

bei dem in der Werbung am meisten gelogen wurde.

Dabei stimmen die Konsumenten darüber ab,

wer den Preis für die verlogenste Werbung erhalten soll.

Die Milchschnitte bekam dieses Jahr die meisten Punkte,

weil sie als gesunde, leichte Zwischendurch-Nahrung für Kinder beworben wird,

obwohl sie bloß ein Stück Torte ist. (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,768945,00.html)

Es ist was ganz anderes drin als was drauf steht.

Ist wirklich drin was drauf steht,

das fragt man sich bei mancher Werbung.

Das fragen sich wohl auch die Leute,

als Jesus Werbung für sein „Produkt“ machte.

„Wer dieses Brot ist, wird leben in Ewigkeit“ (vgl. Joh 6,51.58).

Ist das nicht eine Werbelüge?

Das klingt so übertrieben?

Kann ein Brot ewiges Leben schenken?

Was ist das für ein Brot,

das Jesus meint.

Er sagt:

Ich bin das lebendige Brot,

das vom Himmel herab gekommen ist.

Das Brot,

das Jesus geben will,

ist er selbst.

Die ersten Christen waren zu tiefst überzeugt:

Jesus verspricht nicht zu viel.

Was drauf steht ist drinnen.

Wer Jesus isst,

das heißt,

wer ihn in sein Leben aufnimmt,

der kommt in Kontakt mit der Kraft Gottes,

mit dem Gott der Liebe.

Wer Jesus isst,

wer ihn in sein Leben aufnimmt,

der hat schon in dieser Welt den Anfang des ewigen Lebens.

Ein Leben mit Gott,

ein Leben geborgen in Gott,

ein Leben aus der Liebesenergie Gottes.

Wie geht das: Jesus essen.

Wir essen Jesus,

sein Fleisch und sein Blut,

ihn selbst,

wenn wir an ihn glauben,

wenn wir uns auf seinen Namen taufen lassen,

wenn wir vertrauensvoll zu ihm beten,

wenn wir sein Wort hören,

wenn wir nach seinen Geboten leben.

Das Brot, das Jesus ist, essen,

das geschieht ganz intensiv in der Feier der Heiligen Eucharistie,

wenn wir in der Kommunion den Leib Christi empfangen.

Für die Christen war seit je her die Feier der Heiligen Messe ganz zentral.

In den Anfängen nannte man diese Feier „das Brot-Brechen“.

Paulus redet über diese Heilige Feier,

wenn er von „Brot Brechen“ spricht und vom „Kelch des Segens“.

An die Christen von Korinth schreibt er:

„Ist der Kelch des Segens,

über den wir den Segen sprechen,

nicht Teilhabe am Blut Christi.

Ist das Brot, das wir brechen,

nicht Teilhabe am Leib Christi.“ (1 Kor 10,16)

Es ist der Glaube der Christen,

dass die Feier des Brotbrechens,

die Heilige Messe Teilhabe am Leib und Blut Christi schenkt.

Das heißt:

Bei dieser Feier nimmt der Gläubige in mystischer Weise den Leib und das Blut Christi in sich auf.

Er verbindet sich so mit Christus.

So wie die Elemente der Nahrung vom Körper aufgenommen werden  und in die Körpermaterie eingebaut werden,

so möchte Jesus,

uns zuinnerst gegenwärtig sein.

Wir feiern dieses Geheimnis des Leibes und Blutes Jesu,

heute im Fronleichnamsfest.

Wir feiern,

dass wir in der Kommunion,

im Brot der Heilige Messe,

im Wein der Heilige Messe,

seinen Leib, sein Fleisch

sein Blut,

Christus selber aufnehmen.

Damit nehmen wir Gott,

die Liebe Gottes,

den Frieden Gottes,

die Kraft Gottes.

Damit nehmen wir das ewige Leben in uns auf.

Die Heilige haben mit Ehrfurcht,

und oft zu tiefst berührt die Heilige Kommunion empfangen,

wie sie wussten,

da begegne ich Christus,

dem allmächtigen Gott.

Von der Heilige Klara berichtet ihr Biograph Celano:

„Wenn sie aber den Leib des Herrn empfing, wurde sie von heißen Tränen überströmt;

Zitternd trat sie hin, um den Leib des Herrn zu empfangen.

Denn sie erschauerte vor dem im Sakrament verborgenen,

nicht weniger als vor dem Himmel und Erde beherrschenden Herrn“ (vgl LebKl 28).

Klara war zu tiefst berührt,

als sie die Heilige Kommunion empfing,

sie weinte

und zitterte vor Staunen und Ehrfurcht,

denn sie glaubte und spürte

sie empfängt den Herrn des Himmels und der Erde,

Gott selbst.

Bitten wir Gott,

dass der Werbung Jesu glauben.

Dass wir glauben,

dass bei ihm drinnen ist was drauf steht.

Wie Jesus sagt:

„Ich bin das lebendige Brot,

das vom Himmel herab gekommen ist.

Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt,

hat das ewige Leben“ (vgl. Joh 6,51.54a).

Lesejahr A, Fronleichnam, Homilie, Br. Rene Dorer, Lienz

Bibelstellen: 2 Kön 4,8-11. 14-16a; Ps 89 (88), 2-3.16-19; Röm 6, 3-4. 8-11;  Mt 10, 37-42

Andere Literatur:

Thomas von Celano, Leben der Heiligen Klara von Assisi, (=LebKl), hier:  LebKl 28,  Grau Engelbert (Hg.), Leben und Schriften der Heiligen Klara, Dietrich-Coelde-Verlag  71997, 149.