Gute Songs hoeren

Laut aber gut war die Musik beim christlichen Rockfestval „Key2Life2012“ in Marchegg. Ich war dort in diesen Tagen. Mir selber haben die Songs der Bands gefallen. Die Musiker sind vorwiegend bekennende Christen, deshalb haben sie auch aufbauende Texte.  (Video, Audio)„Wer hört sich denn so was an“,  werden sich manche fragen. Viele Jugendliche, die hierher kommen, tun das und ich höre die Songs gerne. Denn die Botschaften dieser Musik ermutigen mich zu einem freundschaftlichen Lebensstil und zum Glauben an Gott, an Jesus.

Dass ich Interesse an solchen guten Songs habe, ist für mich nicht selbstverständlich. Ich glaube, dass diese Offenheit eine Gabe Gottes ist. Ich denke dabei auch an Jesus. Mit der Kraft Gottes hat er einem Taubstummen die Ohren geöffnet. Dabei hat er gesagt: „Effata. das heißt: Öffne dich.“ (vgl. Mk 7,34).

Auch ich möchte offen sein für positive Worte, für aufbauende Botschaften, die mich verändern können, die mich glücklicher machen. Deshalb bitte ich Jesus dass er euch und mir die Ohren öffnet mit seinem machtvollen Wort: „Effata, öffne dich“ (vgl. Mk 7,34).

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Lesejahr B, 23. Sonntag im Jahreskreis 2012, Homilie, Br. René Dorer

Bibelstellen: Lesung: Jes 35:4-7a; Ps 146 (145), 6-10; Eph 5, 15-20; Jak 2:1-5; Mk 7:31-37 (Einheitsübersetzung der Hl. Schrift, Katholisches Bibelwerk, Stuttgart)

weitere Literatur:

Gebet vor dem Kreuzbild von San Damiano (= GebKr), hier: GebKr, in: Dieter Berg, Leonhard Lehmann (Hg.), Franziskusquellen, Die Schriften des heiligen Franziskus, Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seine Orden, Kevelaer 2009, 13.

Mehr dazu:

Laut aber gut war die Musik beim christlichen Rockfestval „Key2Life2012“ in Marchegg. Ich war dort in diesen Tagen. Mir selber haben die Songs der Bands gefallen. Die Musiker sind vorwiegend bekennende Christen, deshalb haben sie auch aufbauende Texte.  Die singen keinen Mist. Ihre Songs haben nur gute Texte, in denen es um Menschenfreundlichkeit, um Wahrheit, echte Liebe und um den Glauben geht.

„Wer hört sich denn so einen Käse an?“, werden sich manche fragen. Ich denke, die, die diese Musik interessiert, das sind Leute, die offen sind für die Texte und Botschaften, die dem Menschen gut tun, die auch gut sind für die Zukunft unseres Planeten. Nicht jeder hat ein Ohr für solche positiven Botschaften, die auch in den Songs der christlichen Rockbands vermittelt werden.

Ich habe Sehnsucht nach solchen guten Botschaften. Sie bauen mich auf, sie bewegen mich, sinnvoll zu handeln. Ich bin überzeugt, dass mein Interesse an solchen Botschaften ein Geschenk Gottes ist. Diese Überzeugung bestätigt mir der Prophet Jesaja. Er blickt in seine Zukunft und schreibt über das mächtige Handeln Gottes. Für ihn ist dabei Gott einer, der den Menschen verändert. Gott wirkt auf die Sinnesorgane des Menschen ein. Er heilt beziehungsweise er erweitert die menschliche Wahrnehmung. „Seht, Gott selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Augen der Blinden geöffnet und die Ohren der Tauben sind wieder offen“, verkündet Jesaja (vgl. Jes 35,4-5). Er sieht eine Heilsperiode voraus, die Gott am Ende der Zeiten einleiten wird.

Blinden das Augenlicht schenken, Taube wieder hören lassen, dazu kommt mir Jesus in den Sinn. Genau das tut er. Er öffnet Blinden die Augen. Der Evangelist Markus erzählt auch von einem Taubstummen, den Menschen zu Jesus bringen. Jesus „legt ihm die Finger in die Ohren und berührt dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickt er zum Himmel auf, seufzt und sagt zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffnen sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden (vgl. Mk 7,33-35). Wenn Jesus einen Taubstummen wieder das Gehör schenkt und ihn zum Reden bringt macht er deutlich, dass mit ihm die Zeit gekommen ist, von der Jesaja gesprochen hat: „Seht, Gott selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Ohren der Tauben geöffnet“ (vgl. Jes 35,5). Jesus öffnet die Ohren von Tauben. Ähnliche Heilungen haben gewiss auch Heiler und Magier gemacht. Das besondere bei Jesus ist, das er selbst behauptet, dass mit ihm das Eingreifen Gottes geschieht, dass mit ihm die Zeit des Heiles da ist, von der schon Jesaja gesprochen hat  (vgl. Lk 4,16-21).

Ich glaube, dass mit dem jüdischen Menschen Jesus Gott selbst in die Welt kommt, um uns Menschen zu  verändern. Ich bin überzeugt, dass Jesus auch meine Wahrnehmungsfähigkeit verändern kann. Ich höre mit meinen physischen Ohren. Ich kann akustische Signale gut aufnehmen. Doch sehr oft verschließe ich mein Ohr für gute Aussagen anderer, die mich aufbauen könnten. Sehr oft bin ich taub für Signale die vom geistigen Bereich, von der Wirklichkeit Gottes her kommen. Ich bin zu oft verschlossen, wenn Gott mir was sagen möchte, das für mich und andere gut wäre. Ich bin überzeugt, Gott spricht zu mir auf vielfache Weise. Sehr oft interessiert mich das nicht. Vielleicht auch weil ich Angst vor Konsequenzen und Veränderungen haben, die der Ruf Gottes mit sich bringen könnte. Ich hänge an äußeren Dingen, an mir selber, an meinen Leistungen, an der Anerkennung durch Menschen, an irgendwelchen Plänen.

Zur Botschaft Gottes für mich gehört auch sein Auftrag, dass ich mich mehr den schwachen und armen Menschen zuwenden soll. Ich weiß, dass Gott das von mir will, weil er selbst so handelt. Wie es ein jüdischer Psalm ausdrückt: „Gott verschafft den Unterdrückten zum Recht, den Hungernden gibt er Brot, der Herr befreit die Gefangenen. Er richtet die Gebeugten auf. Der Herr beschützt den Fremden“ (vgl. Ps 146(145),7-9). Wenn ich auf diesen Gott hören würden, dann müsste ich mich noch viel mehr liebevoll den Unterdrückten, Fremden, Gebeugten zu wenden.

Diesen Ruf Gottes spürt auch der Apostel Jakobus. Er ermahnt, dass die Christen nicht die Reichen mehr beachten als die Armen. Denn so behauptet der Apostel: Gott, hat vor allem „die Armen in der Welt auserwählt, um sie durch den Glauben reich zu machen“ (vgl. Jak 2,1-5). Jakobus macht klar: Wer wirklich mit Christus lebt, der folgt dem Ruf Gottes, die Armen und Schwachen zu lieben.

Ich denke da an jemand, der besondere Sehnsucht hatte, die Botschaft Gottes wahrzunehmen. Es war Franziskus von Assisi. Er hat besonders am Beginn seiner neuen intensiveren christlichen Lebensweise oft vor einem Bild des gekreuzigten Jesus gebetet: „Höchster glorreicher Gott, gib mir das rechte Empfinden, damit ich deinen heiligen Auftrag erfüllen kann“ (vgl. GebKr). Franziskus wurde erhört. Er hat Gott sprechen gehört und ist dem Ruf Gottes gefolgt. Das war gut für ihn und für unzählige andere.

Mir ist klar, dass ich noch zu taub bin für das Sprechen Gottes. Ich möchte mir von Jesus die Ohren öffne lassen, damit ich die Stimme Gottes mehr hören kann, die mein Leben so positiv verändern kann, dass auch ich ein Mensch der Liebe werde. Jesus kann meine Ohren öffnen, davon bin ich überzeugt, so wie er es beim Taubstummen getan hat mit den Worten „Effata!, das heißt: Öffne dich!“ (vgl. Mk 7,34).