Julias Geschichten

Julias Geschichten„Los schreiben wir Geschichten, die wir später gerne erzählen“, sagt Julia Engelmann bei ihrer Rede an der UNI Bielefeld. Die Videoaufzeichnung ihres Vortrags hat über fünfeinhalb Millionen Aufrufe auf Youtube. Wie ich Julia verstehe, möchte sie Geschichten mit ihrem Leben schreiben.   Audio: Julias Geschichten;  Video

Sie möchte so leben, dass sie einmal gerne darüber spricht. Sie will nicht länger abwarten, sondern gleich beginnen intensiver, voller zu leben. Sie spricht mir aus dem Herzen, denn auch ich möchte die Chance meines Lebens nicht verschlafen.

Ich frage mich: Genügt allein meine Entschiedenheit, damit aus meinem Leben eine schöne Geschichte wird? Oder braucht es mehr? Ich denke da an einen Mann, der enttäuscht war von seinem Leben. Denn er war alt und konnte mit seiner Frau keine Kinder bekommen. Das war eine Schande für ihn. Seine Lebensgeschichte und er selbst wären wohl in Vergessenheit geraten. Doch plötzlich hat er gehört, wie Gott zu spricht: „Zieh weg … in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde deinen Namen groß machen“ (vgl. Gen 12,1-3)“. Der Mann tat was Gott ihm sagte. Aus seinem Leben wurde eine wunderbare Geschichte. Noch heute erzählen viele von ihm. Es ist die Geschichte von Abrahams aus Ur in Chaldäa.

Ich möchte von Abraham lernen auf Gott zu hören und seiner Stimme zu folgen. Damit aus meinem Leben eine schöne, große Geschichte wird. Das wünsch ich mir und uns allen. Und eines Tages werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir gerne erzählen.

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A – 2. Sonntag in der Fastenzeit 2014, Homilie,
Br. René Dorer

Bibelstellen:  Gen 12,1-4a;  Ps 33 (32), 4-5.18-19.20 u. 22; 2 Tim 1,8b-10 ; Mt 17,1-9

 weitere Quellen/Literatur:

http://www.youtube.com/watch?v=DoxqZWvt7g8

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„Los schreiben wir Geschichten, die wir später gerne erzählen“, sagt Julia Engelmann bei ihrer Rede an der UNI Bielefeld. Die Videoaufzeichnung ihres Vortrags hat über fünfeinhalb Millionen Aufrufe auf Youtube. Wie ich Julia verstehe, möchte sie Geschichten mit ihrem Leben schreiben. Sie möchte so leben, dass sie einmal gerne darüber spricht. Sie will nicht länger abwarten, sondern gleich beginnen intensiver, voller zu leben. Sie spricht mir aus dem Herzen, denn auch ich möchte die Chance meines Lebens nicht verschlafen.

Ich frage mich: Genügt allein meine Entschiedenheit, damit aus meinem Leben eine schöne Geschichte wird? Oder braucht es mehr? Ich denke da an einen Mann, der enttäuscht war von seinem Leben. Denn er war alt und konnte mit seiner Frau keine Kinder bekommen. Das war eine Schande für ihn. Seine Lebensgeschichte und er selbst wären wohl in Vergessenheit geraten. Doch plötzlich hat er gehört, wie Gott zu spricht: „Zieh weg … in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde deinen Namen groß machen“ (vgl. Gen 12,1-3)“. Der Mann tat was Gott ihm sagte. Aus seinem Leben wurde eine wunderbare Geschichte. Noch heute erzählen viele von ihm. Es ist die Geschichte von Abrahams aus Ur in Chaldäa.

Ich möchte von Abraham lernen auf Gott zu hören und seiner Stimme zu folgen. Damit aus meinem Leben eine schöne, große Geschichte wird. Das wünsch ich mir und uns allen. Denn ich glaube, dass der Gott Abrahams zu mir und zu dir heute spricht: „Geh an den Ort, den ich dir zeigen werde. Ich werde deinen Namen groß machen“.

Heißt das, dass Gott mich dann rufen wird, dass ich irgendwohin ins Ausland gehen muss? Das Land, von dem Gott zu Abraham spricht, möchte ich auch im übertragenen Sinn verstehen. Ich denke, dass Gott will, dass viele auch in ihrer geografischen Umgebung bleiben und gleichzeitig in eine neue Lebensdimension eintreten. Es geht um eine neue Erfahrung, die Gott mir schenken will. Um was es da geht macht mir ein Ereignis aus dem Leben Jesu klar.

Jesus geht mit drei Jüngern auf einen Berg. Dort sehen die Jünger, plötzlich was Neues. Jesus schaut plötzlich ganz anders aus. Sein Gesicht leuchte wie die Sonne, seine Kleider sind strahlend weiß.

Bei Jesus zeigt sich eine Veränderung. Seine normale menschliche Gestalt strahlt plötzlich. Er ist wie von Licht durchdrungen. Hier zeigt sich mir, dass in Jesus noch eine ganz andere Dimension seiner Person ist. Es ist Licht, es ist ein Strahlen. Was hat das Strahlen zu bedeuten, woher kommt es, frage ich mich? Ich finde eine Antwort, wenn ich mir anschaue, was da weiter geschieht auf dem Berg. Die Jünger hören, aus einer leuchtenden Wolke eine Stimme: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe“ (vgl. Mt 17,5b).

Hier scheint Gott selbst zu sagen, dass er Jesus liebt und dass ihm Jesus gefällt. Ich denke, das ist die Erklärung für das Leuchten Jesu. Sein Strahlen sehe ich als Hinweis auf die Liebe des Vaters im Himmel, die Jesus erfüllt. Jesus leuchtet, weil er in der Realität der Liebe ist. Das ist seine wahre Lebensdimension.

Hier wir für mich deutlich, was das eigentliche Land ist, in das Gott uns alle führen möchte. Es ist die Erfahrung, von Gott geliebt zu sein, die uns und unser Leben voller macht, zum Strahlen bringt.

Ich glaube, dass wir besonders als Getaufte verbunden sind mit Jesu. Die Nähe Jesu wirkt sich auf mich aus. Sie ist wie ein Ruf, der mich bewegt, dass ich mich selbst auf den Weg mache und in das Land gehe, das Gott mir zeigt. Das Land ist die neue Lebensweise, in die ich eintreten kann, wo ich immer mehr erfüllt bin von der Erfahrung: Gott liebt mich, wie eine gute Mutter ihr Kind liebt, er hat leidenschaftliches Interesse an mir.

Ich weiß aus den Zeugnissen vieler Glaubender und aus eigenem Erleben, dass es möglich ist so was zu erfahren. Wenn ich diese Dimension des Geliebt-seins erlebe, dann kann mich das befreien, dann kann mich das bewegen so zu leben, dass aus meinem Leben eine schöne Geschichte wird.

Ich wünsche uns allen für die Fastenzeit, dass wir uns mehr geschützte Zeiten nehmen. In denen wir uns mit Jesus verbinden, in denen wir mit Jesus in lebendigen Kontakt treten. Er selbst wird uns hineinbegleiten, in das neue Land, in die Erfahrung: Ich bin geliebt von Gott und Gott hat mit mir ein schönes Lebensprojekt vor.

Jesus führt uns zu diesem Land in das Gott uns heute ruft, dich und mich: „Zieh weg aus deinem Land … in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde deinen Namen groß machen“ (vgl. Gen 12,1-3).