schwarzer Abgrund

„Ich habe einen schwarzen Abgrund vor mir“, erzählt mir ein Bekannter. Er war ein kompetenter technischer Fachmann in seinem Betrieb. Seine Mitarbeiter haben ihn hinausgemobbt. Jetzt ist er arbeitslos und findet keinen Job. Das deprimiert ihn. So manche Enttäuschung kann auch mich manchmal bedrücken, wenn die Dinge nicht so laufen, wie ich es mir erhofft habe.  Doch ich finde immer wieder jemand, der mich aufrichtet.

Dazu gehört auch mein Vorbild der Heilige Franziskus von Assisi. Er hatte genug Bedrückendes  erlebt. In einer Nacht als er wiedermal gequält wurde von seiner Krankheit, von Mäusen, die auf ihm herum spazierten, espürte er im Gebet Trost. Und er sagte: „Also muss ich mich von nun an sehr freuen in meinen Krankheiten  und Bedrängnissen, mich im Herrn getröstet fühlen“ (SP 100,10).Franziskus erlebte: Mich tröstet Gott.

Ich bete zu Gott, dass er meinen deprimierten Freund aufrichtet, durch mich und durch Menschen, die ihn begleiten. Ich wünsche ihm, dass er getröstet wird durch die Hoffnung, die Jesus uns zeigt.

Lesejahr B, 5. Sonntag im Jahreskreis 2012, Homilie, Br. Rene Dorer

Bibelstellen: Ijob 7:1-4.6-7; Ps 147 (146), 1-2.3-4.5-6 ; 1 Kor 9:16-19.22-23; Mk 1:29-39

Andere Literatur:

Spiegel der Vollkommenheit (= SP), hier: SP 100,10,  in: Dieter Berg, Leonhard Lehmann (Hg.), Franziskusquellen, Die Schriften des heiligen Franziskus, Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seine Orden, Kevelaer 2009, 1308.

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„Ich habe einen schwarzen Abgrund vor mir“, erzählt mir ein Bekannter. Er ist momentan in einer Krise. Ein kompetenter technischer Fachmann war er in seinem Betrieb. Seine Mitarbeiter haben ihn so gemobbt, dass er von sich aus kündigte. Jetzt steht er ohne Arbeit da. Er findet keinen Job, der seiner Ausbildung entspricht. Für seine Zukunft hat er kaum mehr Perspektive. Die Gesellschaft mit anderen meidet er. Er fühlt sich deprimiert.

Ich denke da an die biblische Gestalt Ijob. Er muss sich wohl ähnlich gefühlt haben. „Monde voller Enttäuschung wurden mein Erbe, …  Nie mehr schaut mein Auge Glück“, klagt Ijob (vgl. Ijob 7,3.7). Niemals mehr werde ich glücklich, beweint er seine triste Lage. Wir Menschen sind immer wieder enttäuscht, weil wir erleben, dass unser Sehnsucht nach Glück und Frieden nicht erfüllt wird. Du willst eigentlich glücklich sein, aber es kommt immer wieder was dazwischen: Burn Out, Jobverlust, der Partner haut ab,  die Diagnose Krebs. Vieles kann uns bedrücken und entmutigen.

Auch ich bin manchmal bedrückt, weil die Dinge nicht so laufen, wie ich es mir wünsche.  Doch ich habe hier einen Helfer. Der Psalm 147 singt mir von dieser starken Stütze: „Der Herr hilft den Gebeugten auf“(vgl. Ps 147 (146),6a ).  Gott hilft mir, wenn ich bedrückt bin. Denn wenn ich glauben kann, dass dieses begrenzte Leben nicht alles ist, sondern, dass das Eigentliche erst noch kommt, dann gibt mir das viel Hoffnung und Kraft. Denn Gott verspricht mir ewiges Glück.

Genau diese Botschaft bringt Jesus. Jesus verkündet und predigt: Gott ist nahe. Gott schenkt dem Menschen Freude und Erfüllung. Diese Message von Jesus gibt mir Lebensmut. Damit ich kapiere, dass Jesus mich aufrichten will, setzt er Symbolhandlungen. Als Jesus zum Beispiel im Haus des Petrus ist, heilt er die kranke Schwiegermutter des Petrus, die im Bett liegt. Er richtet sie auf (vgl. Mk 1,31).  Jesus will nicht nur körperliche Krankheiten heilen, er will mir helfen, wenn ich nieder geschmettert bin, ohne Hoffnung. Denn Jesus hilft mir zu erleben: Auch wenn ich manche deprimierenden Erlebnisse habe, Gott führt mich in eine gute Zukunft.

Das ist doch alles nur Einbildung, du blauäugiger Träumer, werden jetzt manche sagen.  Dass Gott mich in eine erfüllte Zukunft führt, kann ich dir nicht beweisen aber ich glaube das, und viele andere leben in diesem Vertrauen. Ich denke da auch an meinen deprimierten Freund. Er sagt: „Ich sehe ein schwarzes Loch vor mir. Das einzige was mir noch Halt gibt ist, dass ich täglich die Heilige Messe besuche“. Das einzige, das ihn noch trägt ist sein Glaube.

Mir fällt dazu auch der Heilige Franziskus von Assisi ein. Auch er war immer wieder deprimiert. Man sagt, dass er sogar von Selbstmordgedanken geplagt wurde.  Doch er fand immer wieder Hoffnung, der Glaube richtete ihn auf. Eines Nachts, als er sehr gequält wurde von seiner Krankheit, von Mäusen, die auf ihm herum spazierten, erlebte er im Gebet eine ganz tiefe Tröstung von Gott her. Er spürte, dass Gott einmal alles zum Guten führen wird. Da war er innerlich so aufgerichtet, dass er sagte: „Also muß ich mich von nun an sehr freuen in meinen Krankheiten  und Bedrängnissen, mich im Herrn getröstet fühlen“ (SP 100,10). Am  nächsten Morgen verfasste der Heilige das berühmte Loblied auf Gott, den Sonnengesang .

Ich bete zu Gott, dass er meinem deprimierten Freund aufrichtet, so wie er den Heiligen Franziskus aufgerichtet hat.

Ich vertraue dabei auf Jesus, der uns zu einem Leben voller Hoffnung aufrichtet. So wie Jesus es gezeigt hat an der kranken Schwiegermutter des Petrus: „ Jesus zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf“ (Mk 1,31).

voller Hoffnung aufrichtet. So wie Jesus es gezeigt hat an der kranken Schwiegermutter des Petrus: „ Jesus zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf“ (Mk 1,31).