sein Leben teilen

Es ist Winter. Doch Eva und Wolfgang denken schon an ihre Hochzeit im Sommer. „Was kann besser sein, als das Glück zu haben, sein Leben mit einem ganz besonderen Menschen teilen zu können“, sagen sie mir. Wie schön muss es sein, wenn Ehepartner einander treu verbunden sind.
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Deshalb ist für mich die eheliche Beziehung sehr wertvoll, obwohl es dabei auch Scheitern gibt.

Dass Ehe etwas sehr Positives ist, drückt für mich auch Jesus aus, wenn er bei einer Hochzeit in Kana in Galiläa sein erstes Wunder tut. Als es beim Fest keinen Wein mehr gibt, sorgt er dafür, dass aus 600 Liter Wasser plötzlich Wein wird. Er hilft also, dass die Hochzeitsfeier gelingt. Damit sagt mir Jesus, dass er die guten Feste der Menschen liebt, besonders wenn es eine Hochzeit ist. Ich glaube, es geht ihn noch um mehr. Jesus verkündet, dass Gott sich mit uns Menschen dauerhaft verbinden will, dass er sein Leben mit uns teilen will. Es geht Jesus also um die Hochzeit des Menschen mit Gott. Ich vertraue, dass Jesus dir und mir helfen kann, den beglückenden Bund mit Gott zu erleben. Ich weiß, dass Jesus eigentlich das sagen will, wenn er sein erstes Wunder bei einer Hochzeit tut.

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Lesejahr C, 2. Sonntag im Jahreskreis, Homilie, Br. René Dorer

Bibelstellen: Jes 62,1-5;   Ps 96 (95), 1-2.3-4.6-7.10; 1 Kor 12,4-11; Joh 2,1-11 (Einheitsübersetzung der Hl. Schrift, Katholisches Bibelwerk, Stuttgart)

weitere Literatur:

Klara von Assisi, Erster Brief an die heilige Agnes von Prag, (=1 Agn), hier:  1 Agn 5-7,  Grau Engelbert (Hg.), Leben und Schriften der Heiligen Klara, Dietrich-Coelde-Verlag 1997, 15.

Mehr dazu:

 

Es ist Winter. Doch Eva und Wolfgang denken schon an ihre Hochzeit im Sommer. „Was kann besser sein, als das Glück zu haben, sein Leben mit einem ganz besonderen Menschen teilen zu können“, betonen sie. Es ist für sie das Beste das Leben miteinander zu teilen. Dafür entscheiden sie sich bei der Hochzeit und erbitten dafür den Segen Gottes. Es ist ihr Glück und viele Paare finden ihre Erfüllung in bleibender Treue zueinander.

Für mich hat Ehe was Faszinierendes, auch wenn ich weiß, dass sie Krisenzeiten haben kann und manchmal auch harte Beziehungsarbeit bedeutet.

Was mir an der Ehe gefällt ist, dass sie auf etwas Größeres hinweist. Davon spricht mir der Prophet Jesaja: „Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermähl, so vermählt sich mit dir dein Erbauer“, verkündet er (Jes 62,1-5). Er spricht vom „Erbauer“. Damit meint er Gott, der alles ins Dasein gerufen hat. Dieser Schöpfergott will sich mit mir vermählen, wie ein junger Mann sich mit einer Frau für immer verbinden will, sagt Jesaja. Das bedeutet für mich: Gott hat Leidenschaft für mich, er ist kein neutraler, kalter Energiestrom. Er will mit mir und allen Menschen einen innigen, bleibenden Kontakt aufnehmen.

Dabei ist mir wichtig zu beachten, dass Gott immer der unendlich Größere und ganz Andere ist. Er ist kein menschenähnliches Wesen, aber er ist ein Du, das mich liebt. Eine weitere Aussage des Jesaja vertieft, die gefühlsvolle Zuwendung, die Gott zu mir hat: „Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich“.

Für mich ist es beinahe unvorstellbar, dass Gott, der Herr über Urknall und Universen, der mit einem Wink seines Gedankens alles ins Dasein rief, sich über mich freut. Es ist für mich Faszination pur, dass der, der die Macht über alle guten und bösen Geister und Mächte der jenseitigen Welt hat, mich ganz persönlich schätzt. Ja, dass er sich an mir ergötzt, dass er sich innig mit mir verbinden will. Der Prophet verstärkt diese Aussage in dem er ein zweites Mal spricht: „Der Herr hat an dir seine Freude“ (vgl. Jes 62,4). Auch der Prophet Hosea betont, dass bräutliche Verhältnis, dass Gott mit dem Menschen eingehen will (vgl. Hos 2,25).

Juden zur Zeit Jesu, kannten diese Worte der Propheten. Auch Jesus wusste um sie. Er erlebte selbst stark, dass Gott, sein Vater, in einem innigen Verhältnis mit ihm leben wollte. Das sagt Jesus mit den Worten: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt“ (vgl.  Joh 15,9). Ich glaube, dass Jesus wie kein anderer in diesem innigen, treuen Kontakt mit Gott, dem Vater, lebt. Er macht klar, dass er diese Erfahrung weiter geben will mit den Worten: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt“ (vgl.  Joh 15,9). Mit Jesus beginnt eine neue Erfahrung von diesem Gott, der sich mit mir und uns allen verbinden will.

Das ist für mich die tiefste Aussage vom ersten Wunder Jesu. Der Evangelist Johannes berichtet von diesem Ereignis: Jesus ist mit seiner Mutter und seinen Jüngern bei einer Hochzeit in Kana zu Gast. Höchst peinlich ist es, dass sie bei dem Fest plötzlich keinen Wein mehr haben. Die Mutter Jesu weist ihren Sohn auf die Notlage hin. Das ist der Grund, warum Jesus dann 600 Liter Wasser in Wein verwandelt.

Der Evangelist Johannes betont: Damit hat Jesus zum ersten Mal seine Herrlichkeit offenbart (vgl. Joh 2,3-11). Bei einer Hochzeit zeigt Jesus sein Herrlichkeit, seine göttliche Macht. Für mich sagt Jesus damit, nicht nur, dass er die Ehe zwischen Frau und Mann bejaht. Er weist auf eine Hochzeit in tieferem Sinn. Er sagt mir: Ich helfe euch, dass die Vermählung gelingt und zwar, der Eheschluss zwischen Mensch und Gott.

In diesem Glauben bestärkt mich die Heilige Klara von Assisi. Für sie war Jesus sogar selbst der Bräutigam der Menschen, denn bei Jesus fand sie die Zuwendung, die Gott zu ihr hat. Deshalb lobt die Adelstochter aus Assisi zum Beispiel auch ihre Freundin Agnes von Prag, weil sich sogar auf eine mögliche Ehe mit dem englischen Herrscher Heinrrich III. verzichtet hat. Denn sie wollte sich ganz auf die Ehe mit Gott, konzentrieren. Diese innige Verbindung mit Gott, fand sie in der Beziehung zu Jesus. Klara von Assisi schrieb deshalb an Agnes: „Du hättest den außerordentlichen Ruhm genießen können mit dem Kaiser vermählt zu werden, doch du hast einen edleren Bräutigam genommen, den Herrn Jesus Christus“ (vgl. 1 Agn 5-7).

Ich will mich mit Eva und Wolfgang freuen, die im Sommer sich entscheiden für immer ihr Leben zu teilen und dabei auf den Segen Gottes zu vertrauen. Dazu bin ich sehr froh, dass ich glauben kann: Gott selbst will mit mir eine innige Verbindung eingehen und Jesus hilft mir das zu erleben. Das ist für mich die eigentliche Botschaft, wenn Jesus sein erstes Wunder bei der Hochzeit von Kana wirkt (vgl. Joh 2,1-11).