Shame passt

Brandon ist süchtig nach Sex. Der angesehene New Yorker Geschäftsmann will Porno und One-Night-Stands. Doch er schafft es nicht eine echte Beziehung mit einer Frau zu leben. Von diesem Sexbesessenen erzählt der Film „Shame“.  „Shame“ – „Schande, Scham“ das ist für mich ein gut gewählter Titel für diesen Kinostreifen, der jetzt in den heimischen Kinos anläuft.

Für mich wäre es zum Schämen, wenn ich getrieben wäre von Süchten. Ich habe versprochen ehelos und ohne Sex – keusch – zu leben. Abgesehen davon wäre es für mich eine Schande, wenn ich eine Frau als Sexobjekt gebrauchen würde.

Als Christ ist mir klar, dass Sexualität nur dann Sinn hat, wenn sie im geschützten Raum treuer Liebe, in einer Ehe gelebt wird. Das ist für die Botschaft Jesu. Ihm geht immer um das volle Leben, ob mit Sex oder ohne Sex. Jesus nennt das erfüllte Leben auch „ewiges Leben“. Es ist ein Dasein in Gemeinschaft mit Gott, in gut gestalteten Beziehungen. Ich glaube, dass Jesus uns alle befreien will zu dieser Lebensart – ob in einer Partnerschaft oder ohne. Denn er sagt: „Wer an mich glaubt, hat das ewige Leben“ (vgl Joh 3,16).

Lesejahr B, 4. Sonntag in der Quadragesima 2012, Homilie, Br. René Dorer

Bibelstellen: 2 Chr 36:14-16.19-23; Ps 137 (136), 1-6; Eph 2:4-10; Joh 3:14-21

Andere Literatur:

Thomas von Celano, Leben der Heiligen Klara von Assisi, (=LebKl), hier: LebKl 38, Grau Engelbert (Hg.), Leben und Schriften der Heiligen Klara, Dietrich-Coelde-Verlag  1997, 156.

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Brandon ist süchtig nach Sex. Der angesehene New Yorker Geschäftsmann will Porno und One-Night-Stands. Doch eine echte Beziehung mit einer Frau zu leben schafft er nicht.  Von diesem Sexbesessenen erzählt der Film „Shame“. „Shame“ – „Schande, Scham“. In diesen Tag ist er auch in den Österreichischen Kinos zum ersten Mal zu sehen.

Shame, Schande ist für mich ein gut gewählter Titel für diesen Kinostreifen. Es wäre für mich eine Schande, wenn ich von Süchten getrieben wäre. Es wäre für mich zum Schämen, wenn ich eine Frau als Sexualobjekt missbrauchen würde.

Als Franziskaner und Priester habe ich mich entschieden, ehelos und natürlich auch ohne Sex zu leben. Abgesehen von meiner persönlichen Entscheidung ist für mich eines klar: Sex hat seinen rechten Platz im Schutz einer treuen, ehelichen Beziehung. Alles andere wäre für mich zum Schämen.

Diesen Weg zeigt mir Jesus. Denn Jesus will, dass wir erfüllt leben und lieben. Er nennt dieses Leben in voller Liebe auch „ewiges Leben“. Ewiges Leben erfahren heißt: In Gemeinschaft mit Gott sein und die Beziehungen zu meinen Mitmenschen gut gestalten. Es geht hier um ein neues Lebensgefühl, um eine innere Freiheit, um die Kraft, gute Beziehungen zu leben.

Jesus macht es mir möglich das „ewige Leben“ zu praktizieren. Er sagt: „wer an den Menschensohn glaubt, hat das ewige Leben“. Jesus nennt sich selbst „Menschensohn“. Damit behauptet er: Wer an mich glaubt, hat das ewige Leben.

Das ewige Leben, das Jesus uns schenkt, ist vor allem eine neue Art zu leben. Paulus sagt: „Gott hat uns zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht“ (vgl. Eph 2,4-5). Mit Jesus gelingt es mir, ein lebendiger Mensch zu sein. Das heißt für mich: wenn ich an Jesus glaube, mit ihm verbunden bin, dann beginne ich neu, inhaltsvoller zu leben. Paulus drückt das noch einmal schön aus, wenn er behauptet: „Wir sind in Christus Jesus dazu geschaffen, die guten Werke zu tun, die Gott für uns im Voraus bereitet hat“ (vgl. Eph 2,10). Wir sind „geschaffen in Jesus“ bedeutet für mich: Mit ihm beginnt eine neue Dimension des Lebens. Ein Leben in echter Liebe. Mit Jesus lerne ich immer mehr gute Werke zu tun, sinnvoll, gute Beziehungen zu gestalten. Das erlebe ich jeden Tag. Jesus befreit mich aus meiner egoistischen Haltung. Er macht mich offen für meine Mitmenschen, für ihre Bedürfnisse und Nöte. Mir fällt dazu auch die Botschaft von Papst Benedikt zur Fastenzeit ein. Er betont auch, dass wir gerade in der Fastenzeit aufgerufen sind, als Christen wieder intensiver das Wohl der anderen zu suchen. Die Liebe zum Nächsten beinhaltet für mich auch die Anforderung das Partnerschaften zwischen Mann und Frau verantwortungsvoll, in echter Liebe gestalten werden. Liebe zum Nächsten heißt für Benedikt vor allem auch Menschen in Not beizustehen, sich auch um das seelische Wohl anderer kümmern.

Ich merke, dass mein Glaube an Jesus mich zu dieser befreiten Liebe zu meinen Mitmenschen bewegt. Wenn ich das lebe, brauche ich mich nicht zu schämen, weil ich wahrhaftig lebe und liebe. Das ist eine Freude, die aus der echten Liebe zum Nächsten kommt. Das ist ein ganz anderes Leben, wenn ich mich nicht von egoistischen Trieben beherrschen lasse, sondern frei bin, um mich anderen liebevoll zuzuwenden. Ich denke, da an die Heilige Klara von Assisi, von ihr wird erzählt wie liebevoll sie mit ihren Schwestern umgegangen ist. So heißt es in ihrer Biographie: Klara liebte nämlich nicht nur die Seelen ihrer Schwestern sondern sorgte mit bewundernswert liebenden Eifer auch für ihr leibliches Wohl (LebKl 38).

Ob ein Leben mit Sex oder ohne, Jesus will uns alle bewegen echte, liebevolle Beziehungen zu gestalten. Das ist das neue Leben, zu dem Jesus mich führt, das ist schon der Beginn vom ewigen Leben. Ich bitte Jesus, dass er mich immer mehr in dieses beglückende Lebensweise hineinbegleitet, denn er sagt: „Jeder, der an den Menschensohn glaubt, hat das ewige Leben“ (vgl Joh 3,16).