Wir für Österreich

Br. Rene Dorer vor dem Stefansdom in Wien„Gegrüßet seist du Maria voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus. Jesus schenke uns Frieden und Freiheit“, so etwa haben tausende Christen ab 1950 wiederholt auf den Straßen von Wien in Prozessionen gebetet – einmal sind etwa 80000 zusammengekommen. So eine große betende Menge soll es in den Straßen Wiens noch nie gegeben haben. Video, Audio

Mich freut, dass der Franziskaner Petrus Pavlicek der Iniziator dieser Bewegung war. Er damals wiederholt hat die Christen zum Gebet für Frieden und für die Freiheit Österreichs aufgerufen. Denn damals in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg war die Situation für Österreich aussichtslos. Es war sehr wahrscheinlich, dass Österreich weiter besetzt bleiben wird von den Siegermächten des 2. Weltkrieges, USA, England, Frankreich und Russland. Politische Verhandlungen allein genügen nicht, wir müssen um das Eingreifen Gottes bitten, so haben es viele gespürt. Deshalb ist es zu einer großen öffentlichen Gebetsbewegung gekommen.

Mich fasziniert, dass das Unwahrscheinlich dann wahr geworden ist: Nach vielen Verhandlungen konnte der damalige Österreichische Außenminister Leopold Figl am 15. Mai 1955 verkünden: „Österreich ist frei“. Diese Freiheit feiern wir am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober. Ich denke da an Figl der zum Beipiel im September 1955 gesagt hat: „Durch acht Jahre haben wir gebetet und gefleht, der Himmel möge uns unsere Freiheit und Unabhängigkeit geben. Unser Gebet wurde erhört“. Ich glaube auch, dass Gebete erhört werden. Ich glaube, dass wir Christen heute Österreich viel geben können, wenn für Österreich beten und mehr menschliche Wärme in unsere Gemeinschaft bringen. Ich denke, das können wir schaffen, wenn wir uns vom Auftrag Jesu bewegen lassen: Betet und das Wichtigste ist: Liebt Gott und liebt euren Nächsten wie euch selbst“ (vgl. Mt 22,37-40).

Nähere Infos:

Gebetsgemeinschaft
für Kirche und Welt
www.rsk-ma.at

Worte zum 30. Sonntag im Jahreskreis 2014, Lesejahr A, Br. René Dorer ofm