Anonymus holt sich alles

Hacker der Internet-aktivistengruppe „Anonymos“ haben die Daten von 25.000 österreichischen Polizisten geklaut und sie veröffentlicht. Heute ist jede Institution mit dem Welt-weiten digitalen Netz verbunden. Diese Vernetzung ist einerseits ein Risiko für sensible Daten. Andererseits bedeutet das auch: für den gewöhnlichen Anwender steht eine Fülle von legalen Daten bereit.

Es ist für dich alles bereitet. Das drückt auch Jesus in seinem Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl aus. Er erzählt von einem König, der zur Hochzeit seines Sohnes einlädt: „Alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit“, verkünden die Diener des Königs (vgl. Mt 22,4). Doch die Eingeladenen wollen nicht zum Hochzeitsmahl kommen. Sie nützen das nicht, was für sie bereit steht. „Alles ist bereit“, sagen die Diener im Gleichnis vom Hochzeitsmahl. Damit will Jesus sagen, für den Menschen ist alles hergerichtet von Gott, das Mahl der Liebe, die Speise der Güte, die von Gott kommt. Der Mensch muss sich nur zu Tisch setzen. Diese Festtafel ist Christus selbst, bei dem wir die Liebe finden, die alles verbindet.

Wir können diesem Christus vor allem auch in der Feier der Heiligen Messe begegnen.

Deshalb schreibt Franziskus an alle Brüder des Ordens: „Daher bitte ich euch alle, dass ihr jegliche Ehre, soviel ihr nur könnt, dem heiligsten Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus erweist, in dem alles, was im Himmel und was auf Erden ist, befriedet und mit dem allmächtigen Gott versöhnt worden ist“ (Ord 12-13). Franziskus war überzeugt im Sakrament der Heiligen Eucharistie, wo die Menschen Christus begegnen können, da finden sie die Speise der Liebe, die alles versöhnt und verbindet – Gott und den Kosmos. Das ist unendlich mehr als irgendwelche Daten, die wir im Internet abrufen können. Gott hat das Mahl der Liebe für uns bereitet. Die königlichen Diener im Gleichnis Jesu weisen darauf hin: „Alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit“ (vgl. Mt 22,4).

Lesejahr A, 28. Sonntag im Jahreskreis, Homilie, Br. Rene Dorer, Lienz

Bibelstellen: Jes 25, 6-10a; Phil 4, 12-14. 19-20; Ps 23 (22), 1-3.4.5.6; Mt 22, 1-14

Andere Literatur: Franziskus von Assisi, Der Brief an alle Brüder oder den gesamten Orden (=Ord), hier:  Ord 12-13,  Grau Engelbert (Hg.), Leben und Schriften der Heiligen Klara, Dietrich-Coelde-Verlag  71997, 115.

Lang:

 

Hacker  der Gruppe „Anonymos“ haben die Daten von 25.000 österreichischen Polizisten geklaut und sie veröffentlicht. Heute ist jede Institution mit dem Welt-weiten digitalen Netz verbunden. Diese Vernetzung ist einerseits ein Risiko für sensible Daten. Andererseits bedeutet sie auch: der gewöhnliche Anwender hat Zugang zu einer Fülle von Daten. Eine Flut von Informationen steht im Netz bereit. Die digitale Datenmenge, die zur Verfügung steht, verdoppeln sich alle zwei Jahre. Das lässt sich aus einer aktuellen Studie schließen (vgl. http://austria.emc.com/about/news/press/2011/20110628-01.htm). Die Daten stehen für dich im Netz bereit.

Es ist für dich alles bereitet. Das drückt auch Jesus in seinem Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl aus. Er erzählt von einem König, der zur Hochzeit seines Sohnes einlädt: „Die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit“, verkünden die Diener des Königs (vgl. Mt 22,4). Doch die Eingeladenen wollen nicht zum Hochzeitsmahl kommen. Sie nützen das nicht, was für sie bereit steht. Dem Menschen wird was angeboten. Er muss es nur nützten. Das will Jesus mit dem Gleichnis sagen. Was ist mit dem Hochzeitsmahl gemeint, das bereitet ist? Das Hochzeitsmahl steht für das Essen, für die Speise, die Gott dem Menschen geben möchte.

Von dem Gericht, das Gott dem Menschen bereit hält, spricht der Psalm 23: „Gott stillt mein Verlangen; Du, Herr deckst mir den Tisch. Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang“ (Ps 23,3-6). Güte und Huld schenkt Gott dem Menschen. Liebe ist das Mahl, das er bereitet hat. Das ist es, was der Mensch eigentlich braucht: Er will erleben: Ich bin geliebt.

Gott schenkt dem Mensch, das was er nötig hat. Das betont der Apostel Paulus, wenn er in seinem Brief an die Philipper schreibt: „Gott wird euch durch Jesus Christus alles, was ihr nötig habt, aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit schenken“ (vgl. Phil 4,19). Gott schenkt dem Menschen das Nötige. Er tut es durch den Vermittler Jesus Christus. Alles steht bereit für den Menschen. Er muss die Gaben Gottes nur annehmen, sich lieben lassen von Gott.

„Alles ist bereit“, sagen die Diener im Gleichnis vom Hochzeitsmahl. Du kannst jetzt die Güte und Liebe Gottes erleben. Du musst nur hingehen zum Mahl. Das heißt du musst dich voll vertrauen an Jesus wenden, der sozusagen die Festtafel ist, bei der du die Speise der Liebe findest. Diesem Jesus kannst du auf vielfache Weise begegnen. Auf ganz intensive Weise kannst du Jesus begegnen, wenn du an der Heiligen Messe teilnimmst. Du kannst in dieser Heiligen Feier Jesus im Wortgottesdienst, in der Gemeinschaft, im Gebet und vor allem auch in der Kommunion begegnen. Denn wenn du das Brot der Eucharistiefeier empfängst, dann isst du Christus selbst, der dir zu innerst begegnen will. Und wenn du Jesus findest, dann nimmst du das an, was Gott dir bereitet hat: seine Güte und Huld, die besser und wichtiger ist als alles.

Franziskus von Assisi war überglücklich, weil er gespürt hat: Gott hat alles bereitet für mich. Er ist da für mich, mit seiner ganzen Liebe und Zärtlichkeit. Ich kann Gott finden, wenn ich Jesus empfange in der Heiligen Messe. Da empfange ich die Speise der Liebe, die alles verbindet im Himmel und auf Erden. Deshalb schreib Franziskus an alle Brüder des Ordens: „Daher bitte ich euch alle, meine Brüder, euch die Füße küssend, mit aller Liebe, deren ich fähig bin, dass ihr jegliche Ehrfurcht und jegliche Ehre, soviel ihr nur könnt, dem heiligsten Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus erweist, in dem alles, was im Himmel und was auf Erden ist, befriedet und mit dem allmächtigen Gott versöhnt worden ist“ (Ord 12-13). Franziskus war überzeugt im Sakrament der Heiligen Eucharistie, wo die Menschen Christus begegnen können, ja seinen Leib essen können, da ist die Liebe, die alles versöhnt und verbindet – Gott und den Kosmos.

Bitten wir Jesus, dass wir das Angebot Gottes annehmen, dass wir uns zum Festtisch Gottes setzen, der unser Verlangen stillt, weil er uns Güte und Huld, Liebe schenkt. Denn was die königlichen Diener im Gleichnis Jesu sagen gilt auch für uns: „Alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit“ (vgl. Mt 22,4).