Teurer Papstbesuch

Weltjugendtag 2013 Abschlussgottesdienst mit Papst FranziskusJetzt ist der teure Papstbesuch in Brasilien zu Ende. Ich konnte leider nicht beim Weltjugendtag mit Papst Franziskus in Rio dabei sein. Aufgefallen ist mir, dass schon bei der Ankunft von Franziskus in Rio Hunderte demonstriert haben. Dabei fielen auch Aussagen wie: „Die Regierung sollte das Geld, dass sie in den Weltjugendtag steckt, besser für Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit verwenden“. Video, Audio

Ich denke, dass die Demonstrationen für die Lösung der Arbeitslosenproblematik wichtig sind. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass sich Investitionen in den Weltjugendtag mit Franziskus mehrfach lohnen. Franziskus hat wiederholt junge Menschen aufgerufen, sich einzumischen, an einer gerechteren, solidarischeren Welt mitzubauen. Sein Aufruf wird bestimmt Wirkung zeigen in Brasilien und darüber hinaus.

Dazu meine ich: Wir Menschen brauchen mehr als gerechte Chancen für eine Arbeitsstelle und Wohlstand. Ich muss spüren können, dass mein Leben einen Sinn hat. Das erlebe ich vor allem dann, wenn ich an die Ewigkeit, an Gott glaube. Ich denke da an Papst Franziskus, der zu so einer Erfahrung ermutig hat. Er sagte bei seine Begrüßungsrede auf der Copacabana „Der Glaube stellt Gott in den Mittelpunkt und er gibt Sinn“.

C 18. Sonntag im Jahreskreis, Homilie, Br. René Dorer

Bibelstellen: Koh 1,2; 2,21-23;  Ps 90 (89), 3-17; Kol 3,1-5.9-11; Lk 12,13-21

weitere Literatur:

Der Standard

Radio Vatican

 Mehr dazu:

Demos in Rio

Jetzt ist der teure Papstbesuch in Brasilien zu Ende. Ich konnte leider nicht beim Weltjugendtag mit Papst Franziskus in Rio dabei sein. Aufgefallen ist mir, dass schon bei der Ankunft von Franziskus in Rio Hunderte demonstriert haben. Dabei fielen auch Aussagen wie: „Die Regierung sollte das Geld, dass sie in den Weltjugendtag steckt, besser für Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit verwenden“.

Ich denke, dass die Demonstrationen für die Lösung der Arbeitslosenproblematik wichtig sind. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass sich Investitionen in den Weltjugendtag mit Franziskus mehrfach lohnen. Franziskus hat wiederholt junge Menschen aufgerufen, sich einzumischen, an einer gerechteren, solidarischeren Welt mitzubauen. Sein Aufruf wird bestimmt Wirkung zeigen in Brasilien und darüber hinaus.

Papst will biblische Botschaft weiter geben

Mir scheint, es ist sehr bedeutend für die Sinnerfahrung des Menschen, eine Arbeit zu haben ist. Wer eine Aufgabe hat, der kann eher spüren: Ich habe Bedeutung, ich bin wichtig. Eine Arbeitsstelle haben, im Wohlstand leben finde ich wichtig und gut. Dazu ist mir wichtig, dass die Botschaft von Papst Franziskus mehr ist als bloßer Aufruf den ist, den Arbeitsmarkt zu optimieren, die Welt zu verbessern. Der Papst will die Botschaft der Bibel weiter sagen.

flüchtig wie ein Windhauch

Dazu fallen mir Worte des biblischen Buches Kohelet ein. Der Prophet kritisiert so manche Anstrengung des Menschen hier auf der Erde, auch den Erfolg. Er stellt fest: „Ein Mensch, der sich Besitz erworben hat, durch Wissen, Können und Erfolg, … das alles ist Windhauch“. Kohelet macht mir klar, meine Fähigkeiten, mein Erfolg, auch Geld verdienen, da ist sehr viel Vergängliches dran.

vergänglich wie eine Blume

Diesen Blickwinkel bestätigt mir die jüdische Glaubenserfahrung, die im Psalm 90 ausgedrückt ist. Dort wird gesungen: „Der Mensch ist wie sprossendes Gras,  am Morgen grünt es und blüht, am Abend wird es geschnitten und welkt“ (vgl. Ps 90,5-6). Diese Liedverse machen mir bewusst, wie schnell alles vorbei ist, in diesem Leben, auch wenn ich eine lebenslange Anstellung in einem Betrieb hätte. Was ist das? Wie ein Windhauch, das Aufblühen und Welken einer Blume. Mit dem Tod ist Schluss mit allem Vergänglichen.

Jesus und der Blick der Ewigkeit

Ich bin überzeugt, dass von diesen Gedanken der Propheten und Psalmen auch Jesus bewegt war. Er lebt im Bewusstsein, dass das Entscheidende nicht das Leben in dieser Welt, die Dinge dieser Welt sind, sondern die Ewigkeit, Gott.

Darauf weist er mich in einem Gleichnis hin. Er erzählt von einem Bauern, der sich große Vorräte ansammelt. Jesus lobt ihn nicht für seinen irdischen Wohlstand. Sondern er betont: „Gott sagte zu diesem Menschen: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?“ (vgl. Lk 12,20). Jesus macht mir mit diesen Worten deutlich: Nach dem Tod hat der Besitz keine Bedeutung mehr. Es geht dann nicht um die Frage: Hattest du Arbeit, hast du was geleistet, hast du Wohlstand erworben. Um was es dann geht, drückt Jesus für mich mit den Worten aus: „So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.“ (Lk 12,21). Hier geht es um einen Gegensatz: entweder „für sich“ oder „vor Gott“. „Vor Gott“, das sagt mir Jesus, das ist das wichtige. Wer ich vor Gott war, was ich aus der Sicht Gottes erreicht habe. „Reich sein“ vor Gott, das ist das entscheidende.

reich sein vor Gott:

Was „Reich sein vor Gott“ bedeutet sagt mir die Bibel in verschiedenen Varianten. Es geht letztlich dass ich als Mensch, das lebe, was Gott von mir will. Das ist zu aller erst: die Gebote Gottes realisieren, auf den Ruf Gottes hören und den Ruf Gottes erfüllen. Dieser Ruf ist zuerst der Ruf zu einem Leben in Liebe: in Liebe zu Gott, zum Nächsten, zu den Geschöpfen und zu mir zu leben. Nur danach werde ich am Ende gefragt werden.

Erfahrung von Armut:

Leider schaffe ich es nicht immer vor Gott reich zu sein, in der Liebe zu leben. Dabei hoffe ich, dass Gott, dass Jesus mir vergibt. Ich baue auch darauf, dass Gott auf mein Bemühen schaut, und mir hilft das Reichtum an Liebe anzusammeln, in der Liebe zu wachsen.

Portiuncola-Ablass

Eine solche Hilfe ist erstens die Vergebung die ich bei Gott finde. Andererseits, das Vertrauen, dass Gott das ergänzt, was ich versäumt habe.

Dazu gehört zum Beispiel auch die Gabe des Ablasses. An diesem Sonntag, das ist der Portiuncola Sonntag, können alle Gläubigen den Portiuncola Ablass erhalten. Er geht zurück auf Franziskus von Assisi. Jesus selber ist ihm erschienen und hat ihm Aufgetragen vom Papst diesen Ablass zu erbitte. Franziskus hat ihn erhalten. Heute gilt: Alle die am Portiuncolatag, 2. August, oder am Sonntag darauf eine Pfarrkirche oder Franziskanerkirche besuchen und die üblichen Ablassgebet: Glaubensbekenntnis, Vater Unser und ein Gebet für den Papst sprechen, können einen vollkommenen Ablass erhalten. Dazu gehört noch die Voraussetzung als Zeichen für ein entschiedenes christliches Leben, dass man zu dieser Zeit auch mal zur Beichte geht und die Kommunion empfängt.

Einen vollkommenen Ablass erhalten, ist wie eine geistige Medizin, die die Kirche allen zusagen kann, die bestimmte Bedingungen erfüllen. Es geht darum, dass ich reich werde vor Gott. Mit einem Ablass erhalte ich den Reichtum von Liebe der mir gefehlt hat. Denn mit meinen Lieblosigkeiten, meinen Sünden, begebe ich mich in eine geistige Armut, Dunkelheit in die Welt, in mich selbst gebracht. Ein vollkommener Ablass bringt wieder Reichtum in mich und in die Welt, Licht und Liebe.

Mit oder ohne Ablass, ich wünsche uns allen, dass wir immer mehr verstehen: Es geht nicht zuerst um irgendwelche vergänglichen Fortschritte im Leben, um eine Arbeitsstelle, um Wohlstand. Es geht darum, dass ich in der Liebe wachse. Wie Jesus betont: Entscheidend ist dass wir „reich werden vor Gott“ (vgl. Lk 12,21).